
Landesliga-Meister!
20. April 2026Am Ende der Saison 2025/2026 steht der TVG mit seiner B1-Jugend auf dem 2. Tabellenplatz der Oberliga West. Eine Platzierung, auf die man durchaus stolz sein kann. Dennoch wäre aufgrund der Ergebnisse der anderen Mannschaften mehr drin gewesen, denn mit 11 Minuspunkten aus 18 Spielen steht man für gewöhnlich weiter unten.
Der Ligaverlauf hat dennoch gezeigt, dass in unserer Sportart alles möglich ist.
Aber der Reihe nach:
Nach der gut gespielten, aber leider verlorenen Regionalligaquali vor ziemlich genau einem Jahr, bei der noch einige Leistungsträger fehlten, starteten wir im September mit einem Heimspiel gegen Haren in die Saison. Das Saisonziel aus der Mannschaft heraus war oben mitspielen zu wollen. Das erste Saisonspiel bzw. der gesamte erste Spieltag ist häufig ein kleiner Gradmesser, wohin es in der Saison gehen könnte, da die so ziemlich komplette Liga für uns unbekannt war.
Wir starteten gut ins Spiel und zwangen die Gäste bei einer 4 Tore Führung nach 8 Minuten in die erste Auszeit. Das Spiel verlief durchgehend mit einer 3-5 Tore-Führung unsererseits und endete mit 37:32. Ein Spiel mit dem wir durchaus zufrieden waren, vor allen Dingen, da wir nicht den kompletten Kader an Bord hatten. Rückblickend betrachtet kann man hier allerdings sagen, dass uns mit Haren gleich zu Beginn einer der stärksten Gegner gegenüberstand.
Spieltag 2 zog uns, so wie gefühlt jedes Auswärtsspiel 2 Stunden Fahrtzeit in den Norden, nach Schwanewede – Rückblickend der für uns stärkste Gegner der Liga. Mit starken 1 gegen 1 Spielern und Wurfgefahr aus dem Rückraum war es schwer, sich auf den Angriff der Heimmannschaft einzustellen. Zudem war die schnell gespielte Mitte der Gastgeber ein brutales Mittel, um nach einem Gegentor schnell zu antworten. Trotz dessen spielten wir ein gutes Spiel, hielten dieses ausgeglichen. Leider gerieten wir aufgrund einer unglücklichen roten Karte gegen uns nach 35 Minuten aus der Bahn, blieben dran, verlieren das Spiel aber leider mit 3 Toren. Am Ende des Spiels konnte man hier glaube ich von einem sehr ansehnlichen Handballspiel sprechen, in dem die bessere Mannschaft gewonnen hatte.
Zum zweiten Heimspiel der Saison forderten wir die Zweitvertretung aus Bremen. Ein Spiel in dem wir uns zu Beginn ein wenig schwer taten, aber immer besser ins Spiel kamen und uns nach der Halbzeit (14:14) innerhalb von 10 Minuten auf 5 Tore absetzen konnten. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt entschieden, da wir den breiteren Kader hatten und die Führungsspieler der Gäste nicht mehr so frisch waren, wie noch zu Beginn. Am Ende steht ein sehr guter 38:29 Heimerfolg zu Buche.
Nach einer 6-wöchigen Spielpause zog uns der Spielplan zum noch ungeschlagenen Tabellenführer nach Oyten. Vor dem Spiel verzeichneten die Gastgeber verdächtig wenig Gegentreffer, was für eine stabile Abwehr, einen guten Torwart und auch lang spielende Angriffe sprach. Es stellte sich heraus – solche Spiele liegen uns. Wir lieferten das bis dato beste Saisonspiel ab und gewannen beim Tabellenführer 25:23. Ein trotz der wenigen Tore temporeiches Spiel mit starken Torhütern auf beiden Seiten. Nach in den ersten Spielen 37, 33 und 38 geworfenen Tore gewannen wir ein Spiel diesmal mit „nur“ 25 geworfenen Toren. Der Grundstein für ein gutes Spiel wird nun mal in der eigenen Abwehr gelegt, denn nach zuvor im Schnitt 33 Gegentoren pro Spiel musste Leo aufgrund von einer starken Leistung den Ball nur 23 Mal aus dem Netz fischen.
Eine Woche später war Hatten-Sandkrug zu Gast. Wir präsentierten uns erneut gut, fokussierten uns dennoch ein wenig mehr auf den Angriff. Dennoch spricht ein Sieg 38:30 eine gute Sprache. Leider war dies unser letztes gutes Spiel… Zu Gast bei Jever/Schortens, dessen Top-Spieler führender der Torschützenliste war, führten wir so ziemlich das gesamte Spiel, nahmen leider immer wieder fragwürdige Zeitstrafen in Kauf, konnten uns aber leider nie mit mehr als 2 Toren absetzen. Wie es dann so kommen musste schmiss uns die bemühtere, wachere und kämpferisch stärkere Mannschaft mit dem Schlusspfiff das Unentschieden aus knapp 30 Metern ein. Ein Spiel, in dem wir eine Minute vor Schluss mit 2-Toren führen, sollte man meinen, dies nach Hause tragen zu können – da ist da was dran, aber leider nicht immer zutreffend.
Dieser Punktverlust nahm uns ein wenig die Kraft, die Bereitschaft und auch ein wenig den Glauben. Eine weitere Woche später, zu Gast in Oldenburg zeigten wir ein zwar besseres Spiel als in Jever, verkörperten allerdings nach wie vor nicht den unbedingten Siegeswillen. Auch hier führen wir 5 Minuten vor Schluss mit 2 Toren, schaffen es aber wieder nicht, das Spiel über die Zeit zu bringen und verlieren 31:32. Ein erneuter Dämpfer, verbunden mit ein wenig Müdigkeit bremsten uns aus.
Am nächsten Spieltag fuhren wir, zumindest selbstbewusst, nach Dinklage… die Herangehensweise war leider ein wenig zu lässig. Dinklage war ein bekannter Gegner für uns, denn in der Regionalligaquali duellierte man sich bereits – damals ein 17:32 Erfolg… Leider gingen wir mit genau diesem Verhalten ins Spiel. Ein 19:16 gegen uns zu Beginn der zweiten Halbzeit zwang uns in eine für die Spieler unangenehme Auszeit, dass wir ja mal wieder anfangen könnten Handball zu spielen – schien Wirkung gehabt zu haben – ein 6:0 Lauf brachte uns die Führung, die wir bis zum Ende zwar nicht souverän, aber dennoch erfolgreich ins Ziel brachten – 30:27 Sieg.
Leider begannen ab bzw. mit diesem Spiel die Verletzungssorgen, die uns bis zum Ende der Saison nicht mehr loslassen sollten, sodass uns ab diesem Spiel in quasi jedem weiteren mindestens ein Leistungsträger fehlte. Positiv über die komplette Saison zu betrachten ist, dass wir, die Einzelspiele betrachtend, 7 unterschiedliche Top-Torschützen haben – immer wieder jemanden, der in den Spielberichten auf sich aufmerksam macht, was uns natürlich wesentlich schlechter ausrechenbar macht und auch Ausfälle besser zu kompensieren lässt. Grundsätzlich kann man hier, mit Ausnahmen eines Spieles, sagen, dass wir pro Spiel 3-4 Spieler haben, die 5 oder mehr Tore werfen. Eine extreme Ausgeglichenheit. Auch 5 Spieler in den Top 33 der Torschützenliste kann keine weitere Mannschaft aufweisen. Dem entgegensetzen muss man leider, dass abgesehen von unserem Torwart Leo nur 3 Spieler auf alle 16 Saisonspiele kommen.
Gehen wir aber chronologisch weiter.
Zu Beginn der Rückrunde fuhren wir auf einem Donnerstagabend nach Haren. Schon auf dem Hinweg zeigte sich, dass nicht alles rund laufen sollte, sodass wir erst 20 Minuten vor Anpfiff angekommen sind. Leider pünktlich beginnend gerieten wir nach 10 ausgeglichenen, temporeichen Minuten ins Hintertreffen – und zwar richtig… ab der 15. Spielminute bis über die Halbzeit hinweg zur 32. Minute gelang uns so ziemlich gar nichts, sodass wir beim Stand von 23:16 in die nächste Auszeit gingen, die allerdings nicht von uns, sondern von der Heimmannschaft genommen worden war. Nach dieser lief es für uns kurz besser – exakt 2 Angriffe, bis der Gastgeber 12 Minuten vor Schluss wieder auf + 7 stellte – Auszeit Hütte. Wir erinnerten uns an die einfachsten Sachen und spielten ab diesem Zeitpunkt eine offensive Abwehr. Diese brauchte auch 2 Angriffe, sodass wir 10 Minuten vor Schluss mit 9 Toren im Hintertreffen waren. Vorne spielten wir, wie in der Auszeit besprochen, so ziemlich immer die gleiche Auftakthandlung. Die sicher geglaubten Gastgeber wurden durch die beiden Umstellungen vor neue Herausforderungen gestellt, die lange nicht gelöst werden konnten, sodass wir uns durch einen zwischenzeitlichen 6:0-Lauf innerhalb von 4 Minuten auf 3 Tore herankämpften. Leider gab es hier noch eine eher unschöne sportliche Szene, aber am Ende lief uns hier die Zeit auch einfach weg, sodass wir zwar noch auf ein Tor herankamen nur leider nicht mehr auf unentschieden stellen konnten – 31:29 Niederlage, aber und das ist die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis hier raus – wir haben den Kampf wieder angenommen und den Glauben an uns zurückgeholt.
Da kam die Chance Revanche an Jever zu nehmen am Wochenende genau richtig. Das Spiel ist schnell erzählt – in den ersten 5 Minuten den Ball nicht ins Tor geworfen, 0:3. Danach den Mut wieder gefunden 4:3. 16:12 zur Pause und danach über ein 22:16 auf eine 28:18 Führung nach 35 Minuten bis hin zu einem 36:22 zum Ende. Ein Spiel, in dem wir mal wieder auf den Platz gebracht haben, was wir können.
Leider war dieses Aufblicken nur von kurzer Dauer. Eine Woche nach dem starken Sieg kam Schwanewede zu Gast, gegen die wir auch noch eine Rechnung offen hatten. Vorweggenommen sind 35 geworfene Tore schon mal richtig gut, aber 41 bekommene Gegentore sind einfach viel zu viel. Leider bekamen wir den Rückraumschützen von Schwanewede überhaupt nicht in den Griff, sodass dieser uns 16 Gegentore aus allen möglichen Lagen einschweißte. Bis zur 15. Minute hielten wir das Spiel ausgeglichen, danach setzte Schwanewede sich Schritt für Schritt ab. Leider nicht der gewünschte Umschwung in der Saison.
Als es dann eine Woche später nach Bremen ging, mussten wir mit „Erschrecken“ feststellen, dass Bremen nach der Hinrundenniederlage gegen uns nur ein weiteres Spiel verloren hatte und an tabellarisch uns vorbeigezogen war. Die Gastgeber hatten sich eine absolute Sicherheit erarbeitet, die wir leider nicht hatten. Ohne Zugriff in der Abwehr, Ideen im Angriff war das leistungstechnisch sicherlich das schlechteste Spiel der Saison. Die Einstellung, das Spiel gewinnen zu wollen war da, aber Bremen war an diesem Tag einfach die in so ziemlich allen Belangen überlegenere Mannschaft, sodass wir mit einer 33:25 Niederlage nach Hause reisten.
Eine weitere Woche später war die Mannschaft zu Gast, gegen die wir das bis dato beste Saisonspiel gezeigt hatten – Tabellenführer Oyten – bis zu diesem Spiel immer noch nur die -2 Punkte aus dem Hinspiel.
Welches, wenn nicht dieses Spiel sollte unser Selbstbewusstsein zurückbringen. Mittlerweile war nicht mal die Oberligaqualifikation für die kommende Spielzeit gesichert (Verbunden mit der Berechtigung zur angepeilten Regionalliga).
Vom Aufwärmen an merkte man – heute ist etwas anders… die Jungs sind heiß, die Jungs glauben an sich, die Jungs haben Bock. Von Beginn an gaben die Fans auf der Tribüne und wir auf dem Platz absolut Vollgas. Über ein 5:5 nach 10 Minuten entwickelte sich das Spiel über ein 13:6 hin zu einem 17:11 zur Pause. In Halbzeit zwei bauten wir den Vorsprung Tor für Tor immer weiter aus, sodass wir nach 40 Minuten das erste Mal mit 10 Toren führten und am Ende mit 35:22 den Gegner schlugen. Wie schon im Hinspiel mit einer unfassbar guten Abwehr, einem starken Leo dahinter, vorne Kreativität und Bereitschaft von allen Positionen, eine starke Torverteilung und enorme Lust das Spiel zu gewinnen – unser absolut bestes Saisonspiel.
Auswärts bei Hatten-Sandkrug lieferten wir wie im Hinspiel ein ähnlich gutes Spiel ab und fuhren mit einem 39:32 einen von nur 3 Auswärtssiegen ein.
Ins Rückspiel gegen Oldenburg gingen wir mit ähnlicher Einstellung wie schon gegen Oyten, da mit einem Sieg Platz 5 und damit die Möglichkeit der Regionalligaquali der kommenden Saison gesichert war. Leider hatten wir durch den Ausfall zweier gesetzter Rückraumspieler einiges kompensieren müssen. Durch viel Tempo, Bewegung und Einsatzbereitschaft erarbeiteten wir uns gegen die uns im Hinspiel noch Probleme bereitende offensive Abwehr immer wieder Lücken und tolle Torabschlüsse. Die Abwehr stand wieder mit 2 tollen Torhütern, woraus wir uns einfache TGs oder 2. Welle Tore erarbeiteten. Von Beginn an kamen wir über ein 5:1 in ein 19:14 zur Pause. Auch in Halbzeit zwei spielten wir ansehnlichen Handball, wechselten ein wenig durch und nahmen die 5-Tore Führung mit ans Ende des Spiels, sodass wir mit 36:31 einen weiteren Heimsieg feiern durften.
Durch wilde Kombinationen, einen kleinen Siegeslaufes unsererseits und nicht vorhersehbaren Ergebnissen in anderen Spielen, hatten wir am Morgen des letzten Spieltages keine so unrealistischen Chancen sogar noch Meister zu werden, da Oyten nach unserem Sieg noch 2 weitere Spiele verlor und einen weiteren eher ungewöhnlichen Punkt abgab. Durch den Heimsieg gegen Oldenburg 2 am letzten Spieltag wurden Sie dann doch knapper Meister, als es nach 13 Spieltagen aussah (2 Minuspunkte; Tabellenzweiter Bremen hatte 10). Da auch Bremen, Schwanewede, Haren und Oldenburg noch Punkte liegen ließen konnten wir uns am letzten Spieltag dann noch den zweiten Tabellenplatz sichern.
Dinklage war zu Gast, wir hatten fast wieder einen vollen Kader und Lust auf ein letztes Saisonspiel. Wir kamen gut ins Spiel (4:1 nach 6 Minuten), spielten unseren Stiefel sauber, fokussiert und diszipliniert runter und gingen mit 16:12 in die Pause. Dinklage spielte ein gutes Spiel und hielt mit guten Aktionen den Abstand gering. Ab Minute 32 starteten wir Dank Überzahl einen 9:1-Lauf, der uns endgültig auf die Siegerstraße einbiegen ließ. Durch ein wenig Gewechsel und Spielzeitverteilung kam Dinklage drei Minuten vor Schluss nochmal auf 6 Tore ran. Nachdem sich die neu aufgestellte Mannschaft gefunden hatten vollzogen sie auch nochmal einen 5:0-Lauf, sodass das Spiel 38:27 endete.
Ein guter Saisonabschluss einer am Ende gesehenen guten Saison. Mit 11 Minuspunkten Tabellenzweiter zu werden spricht für eine unfassbar ausgeglichene Liga mit Gegnern, die einem liegen und auch Gegnern, bei denen das nicht so ist, dafür aber anderen Mannschaften liegen, sodass jeder gegen eine andere Mannschaft seine Minuspunkte sammelte. Wie oben schon beschrieben hätte mehr drin sein können. Durch unseren Negativlauf über den gesamten Winter (mit der Ausnahme des Jever-Spiels) hätte allerdings auch vermutlich niemand gedacht, dass wir am letzten Spieltag noch rechnerisch die Möglichkeit auf die Meisterschaft haben.
Jeder einzelne Spieler hat in dieser Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn das von außen vielleicht nicht bei jedem Spieler im Spielbericht zu sehen ist. Die meistens gewählte Abwehrformation war für so ziemlich jeden Spieler neu, einige Spielabläuft und für manche Spieler war sogar die Position oder die Rolle in der Mannschaft neu. Im Großen und Ganzen können wir zufrieden mit der Saison sein und es sind manchmal nur kleine Stellschrauben (z. B. hatten wir die schlechteste 7-Meterquote der Liga und gehörten zur bravsten Mannschaft in der Abwehr), die zu größerem Erfolg bearbeitet werden müssen.
An die Eltern ein großes Dankeschön für die ganzen Fahrten, die ihr im Auto verbracht habt, für das Trikotwaschen, für das Betreiben der Cafeteria, das Stimmung machen auf der Tribüne und für das Aufnehmen und auch wieder Aufbauen der Jungs nach Trainingseinheiten oder auch nicht so erfolgreichen Spielen.
Ansonsten hatten wir auch noch 4 tolle und zum Teil sehr erfolgreiche Spiele in Kolding am Osterwochenende – das hier auch noch zu berichten wird zu lang – ich denke hier hat jeder Mitgereiste sein ganz eigenes persönliches Highlight.
Ein tolles Dankeschön an dieser Stelle auch noch ein meine Co-Trainer, Stimmungsmacher oder Torwarttrainer – danke für euren Einsatz und für die vielen Rollen, in die ihr im Laufe dieser Saison geschlüpft seid, um das Team zu einem noch besseren zu machen
An euch Jungs – Ihr wart klasse; es hat mir riesigen Spaß gemacht 😊
Viel Erfolg euch in der kommenden Saison in A- & B-Jugend
Wir sehen uns in der Halle
Lieben Gruß vom Trainer
Yannik












